16.02.2010
Best of Brick and Roof
Zahlreiche prominente Vertreter der Baubranche, aus Wirtschaft, Wissenschaft, Ausbildung, Kunst und Medien kamen am 11. November ins Wiener Heeresgeschichtliche Museum, um der Verleihung des „austrian brick and roof award 09/10” beizuwohnen, der heuer zum zweiten Mal vom Verband Österreichischer Ziegelwerke (VÖZ) in Kooperation mit Tondach Gleinstätten und Wienerberger Österreich vergeben wurde.
Mit dem ABARA 09/10 wurden sechs Projekte ausgezeichnet, die eine Experten-Jury aus dem Kreis der insgesamt 41 Einreichungen ausgewählt hatte. „Lange Zeit wurde mit dem Ziegel primär das traditionelle Einfamilienhaus in ländlicher Umgebung assoziiert. In den letzten Jahren konnten wir jedoch zunehmend aufzeigen, dass sich der Ziegel auch als Baustoff für moderne Architektur und auch für Gebäude größerer Dimensionen bestens eignet. Dabei ist der ABARA ein wichtiges Instrument, den hohen Stellenwert des Ziegels im heutigen Baugeschehen anhand besonders gelungener Projekte zu demonstrieren”, erläuterte DI Norbert Prommer, Österreich-Geschäftsführer des Verbandes Österreichischer Ziegelwerke (VÖZ), der Interessenvertretung der österreichischen Ziegelindustrie.
2. Platz Kategorie Steildach mit Tondachziegel:
Siedlung Krems-Lerchenfeld
Mehr als 17.000 Quadratmeter Dachfläche hat die Kremser Siedlung Lerchenfeld, die bei der Generalsanierung der gesamten Anlagen mit zierlichen Biberschwanz-Dachziegeln neu gedeckt wurde. Weitgehend in langgestreckten zweigeschossigen Häuserzeilen unter steilen Satteldächern und in wenigen freistehenden Häusern finden sich hier etwa 450 Wohneinheiten sowie einige Gewerbebetriebe und Handelsflächen. Der Stadtteil entstand in den Jahren 1940-42 für die Belegschaft des Stahl- und Walzwerks, der heutigen Voest Alpine Krems in der für den nationalsozialistischen Wohnbau typischen Formensprache. Es gibt kleine Gärten, mit Steinen umfasste Tordurchfahrten, Dachgaupen in Form von Dachhäuschen und Fledermausgaupen sowie einen an eine mittelalterliche Burg erinnernden Rundturm unter einem steilen Kegeldach.
Von der städtebaulichen Anlage gibt es entfernte Anklänge an eine Gartenstadt, mit leicht gekrümmten Straßenzügen und platzartigen Erweiterungen, dominant sind jedoch die langen, zeilenförmigen Baukörper. Die enge Verbindung zur Fabrik zeigt sich in der Situierung des zentralen Siedlungs-Torbogens, bekrönt mit Dachreiter und Zwiebelhelm, genau gegenüber dem Fabrikseingang. Das neue Dach mit seiner einheitlichen Ausgestaltung fasst die Anlage zu einer Einheit zusammen und sein warmer Rot-Ton passt gut zu den unterschiedlichen, zumeist in Pastellfarben gehaltenen, Wandflächen.

Standort: Hof Himmelsreich, Engelsdorf/NÖ, Architektur: DI Barbara Krobath, www.fliesenbild.net, Fertigstellung: 2006, Bauherr: Hermann Klampfer
Vier Kilometer vor dem niederösterreichischen Eggenburg, an einer stark befahrenen Straße bei Engelsdorf steht der Hof „Himmelsreich”. In einer langen Geraden führt die Straße auf den Hof zu, dessen Längsseite schon von weitem zu sehen ist. Etwas ist ungewöhnlich: das Dach! Es schimmert in verschiedenen Farben – nicht allein ziegelrot, sondern auch weiß, schwarz, grau, kupferbraun, blau. Bald formt sich aus den Farben ein Bild und man erkennt Gesichter.
Das Dachbild in Engelsdorf zeigt Menschen aus Somalia und ist eines von mehreren, im Rahmen des Waldviertel Festivals „ruhe.los”, das die Fotografin Barbara Krobath initiiert und entworfen hat. Das Motiv zeigt fünf erwachsene Menschen, die durch ihr Schicksal geprägt sind, denn Sie leiden an Grauem Star. Die sukzessive Beeinträchtigung ihrer Sehkraft kann durch eine 15-minütige Operation verbessert werden, sodass sich die Lebensqualität der Menschen in kurzer Zeit durch einen Eingriff bedeutend erhöht.
„Das Dachbild verbindet im scheinbar idyllischen, ländlichen Raum Gegensätze der Realität im Zeitalter der Globalisierung, sodass sich der Betrachter des Motives der Wirklichkeit nicht entziehen kann. Dies allerdings auf eine außergewöhnliche Weise, denn die Dächer auf denen nun – Pixel für Pixel, und für jedes Pixel ein farbiger Dachziegel – Bilder entstehen, wie sie sonst aus Medien in unsere Köpfe strömen, verbinden auf einzigartige Weise Tradition und überliefertes Handwerk mit einer Erfahrung des digitalen Zeitalters. Sie werden zu weithin sichtbaren, beständigen Symbolen für unsere aus Widersprüchen zusammengesetzte Wirklichkeit, in der kein Dach vor den Nachrichten aus dem Fernsehen schützt, keine Idylle vor dem Wissen um ihre Bedrohung und Zerstörung anderswo”, so Barbara Krobath, die Initiatorin des Projektes.
Das Dachbild „Menschen aus Somalia” besteht aus ca. 5.000 Stück Tondach Biberschwanzdachziegel inklusive Zubehörprodukten in 15 verschiedenen Farben. Ebenso wurden für das Stacheldrahtmotiv ca. 5.500 Stück Tondach-Ziegel in zahlreichen Farben mit Zubehörprodukten verlegt. Der renommierte Dachdeckerbetrieb Ernst Steiner aus Thaya unterstützte bereits das erste Projekt „Somalia” in Raabs. „Es war auch für unseren Betrieb eine besondere Herausforderung dieses Motiv mit Tondach auf einer Fläche umzusetzen, die eigentlich nicht überdimensional ist, aber doch die Aussage des Motives transportieren soll”, so Ernst Steiner, Geschäftsführer der Dachdeckerei Steiner. Für die Motive wurden glasierte und engobierte Dachziegel von Tondach Gleinstätten verwendet, um den Ausdruck der Gesichter und die Gesamterscheinung der Dächer außergewöhnlich gestalten zu können. Durch ein exakte Vorlage aus Computerberechnungen konnte die genaue Stückzahl in vielen unterschiedlichen Farbnuancen ermittelt werden und durch die umfangreiche Farbpalette der Tondach Gleinstätten AG ohne Einschränkung auf die Aussagekraft des Dachbildes realisiert werden. Der Wechsel zwischen matt wirkenden (engobierten) und glasierten Dachziegeln (aus der „Amadeus”-Serie) sorgt für einen besonders abwechslungsreichen Ausdruck, je nach Sonnenstand und Wetter ändert sich das Leuchten der Farben. Der Himmel verwandelt das Dachbild, das als Ausschnitt einer fernen Welt von der nahen erzählt.

DACH WAND
ADVERTORIAL
|
Werbung
B2B-KLEINANZEIGEN
Werbung



Drucken
Empfehlen
Kommentieren
Share
Kommentar schreiben






