06.08.2010
Spiel mit der Natur – vom Konzept bis zur Fassade
Schlichte Quaderformen, horizontale Linien und eine grün schimmernde Aluminiumfassade bewirken eine besondere Ruhe, die sich im Inneren des Gebäudes fortsetzt und den Alltagsstress vergessen lässt.
Das Spa Yacine Queenie in Libreville ist die erste Fitness- und Wellnessanlage in Gabun (Westafrika). Mit der Vorgabe, ein Exempel für außergewöhnliche Baukunst zu schaffen, wurden der Architekt Ahmed Chami und seine Frau Nadia Benmoussa, Architektin und Dekorateurin, mit der kompletten Projektabwicklung betraut. Diese umfasste neben der Bauherrschaft die Planung und Umsetzung der Architektur, der Innenausstattung, der Gärten und die betriebliche Organisation. Entstanden ist ein ganzheitliches Konzept, das eingebunden in die Natur visuelle und körperliche Abwechslung und Erholung bietet.
Das 30.000 Quadratmeter große Grundstück liegt auf halbem Weg zwischen Flughafen und Stadtzentrum am Rande eines Wohngebiets. Die Besonderheit des Standorts ergibt sich aus dem gegenüberliegenden zukünftigen botanischen Garten, welcher auch die Grundidee für das Projekt bestimmte: die Verbindung von Architektur und Natur. Schon von weitem sticht der zweistöckige Gebäudekomplex durch seine geometrisch klare Form und die ungewöhnliche Farbgebung heraus. Die quaderförmigen Gebäudeteile, die ihrer Funktion entsprechend angelegt sind, wirken in sich verschachtelt, bilden aber dennoch eine Einheit. Brücken zwischen den einzelnen Gebäudeteilen dienen dabei als Verbindung und bieten zudem darunter liegenden Platz für überdachte Gärten.
Natürliche Wirkung der Fassade. Die zwanglose Ruhe, die der Komplex ausstrahlt, ergibt sich aus dem wechselnden Einsatz vertikaler und horizontaler Elemente – darunter die Treppe zum Haupteingang, vertikale Einbuchtungen an der Frontseite und horizontal angebrachte Fassadenelemente. Entscheidend für den harmonischen Charakter des Gebäudes ist jedoch die Fassadengestaltung.
Die schillernd grüne Oberfläche der „Reynobond® Architecture” Aluminium-Verbundplatten birgt für den Architekten Ahmed Chami einen besonderen Reiz: „Die irisierenden Farbverläufe der Chameleon-Beschichtung sorgen dafür, dass die Oberfläche je nach Reflexion und Intensität der Sonne unterschiedliche Farbnuancen, Glanzgrade und Tiefen aufweist. Auf diese Weise passt sich das Gebäude perfekt an die Umgebung an.”
Neben der natürlichen Wirkung nutzte Ahmed Chami auch die praktischen Vorteile der „Reynobond®” Aluminium-Verbundplatten: Die einfache Verarbeitung, mechanische Merkmale wie eine geringe Dehnung oder erhöhte Stoßfestigkeit und die Witterungsbeständigkeit. Letztere ist auf die Hightech-Lackierung „Duragloss® 5000” und ihre große Widerstandsfähigkeit gegen UV-Strahlung, Feuchtigkeit und verschiedene Witterungen zurückzuführen. Für Architekten ein stichhaltiges Argument, selbst wenn für die Mitarbeiter und Besucher des Spa Yacine letztlich vor allem die Form zählt. „Das Spa Yacine ist zu einer Attraktion für die Bürger der Stadt geworden”, sagt Ahmed Chami.
Zen-Philosophie als Gestaltungsprinzip. Die Vereinigung von Architektur und Natur zugunsten des Wohlgefühls spiegelt sich nicht nur äußerlich, sondern auch in der Raumgestaltung wider, die auf den Harmonieregeln der Zen-Architektur basiert. Für jeden Raum, ganz gleich ob Massage-, Fitness-, Ruheraum oder Sauna, erstellte Ahmed Chami ein individuelles Konzept, das sowohl die Funktionalität als auch das Raumgefühl berücksichtigte. Als Ergebnis tritt eine schlichte Schönheit zutage, die sich verschiedener ästhetisch-gestalterischer, aber auch wirtschaftlicher und ökologischer Mittel bedient. So basiert die Ausstattung vorwiegend auf der Verwendung natürlicher Materialien und dem variantenreichen Einsatz von Licht und Farben.
Was besonders ins Auge fällt, sind die vielen Accessoires, die jedem Raum eine individuelle Note verleihen, angefangen bei der Auswahl der Lampen und Wanddekorationen bis hin zu originellen Blumenarrangements. Außerdem findet sich die Natur der umgebenden Landschaft in den üppigen Gartenanlagen innerhalb sowie außerhalb des Wellness-Komplexes wieder.
Mehr als auf optischen Reizen begründet sich Wellness jedoch auf körperlichen Sinneserlebnissen, weshalb vor allem dem Wasser eine herausragende Bedeutung zukommt. Entsprechend durchdacht muss seine Anwendung sein. Die technische Planung übernahm deshalb das auf den Bau von Wellnesseinrichtungen spezialisierte Büro „Hydroconcept Monaco”. Es verknüpfte die antike Tradition romanischer Bäder mit aktuellen technischen Standards und schuf eine anmutige Bad-, Hammam- und Saunalandschaft, in der das Wasser vielfältig eingesetzt wird.
Umweltqualität nach europäischem Standard. Obwohl in Gabun keine spezifischen Vorgaben für umweltfreundliches Bauen existieren, orientierte sich Ahmed Chami an den ökonomischen wie ökologischen Kriterien moderner europäischer Architektur. „Das Gebäude verfügt über eine durchgehende Wärmeisolierung und ein angenehmes Raumklima, wobei Luftfeuchtigkeit und Klimatisierung im Verhältnis zur jeweiligen Raumnutzung bemessen wurden”, erklärt der aus Marokko stammende Architekt. Zu seinen Referenzen zählen unter anderem mehrere Residenzen von hochrangigen Persönlichkeiten, eine neu gebaute Stadt – Sala Al Jadida – nahe Rabat und die École Nationale d’Architecture in Libreville. Beides entstand in Zusammenarbeit mit anderen Architekten. Mit dem Bau des Spa Yacine hat er der modernen Hauptstadt Gabuns ein weiteres Bauwerk vermacht, das nicht nur den Geist, sondern auch den Körper inspiriert.
Bautafel
Generalunternehmen: Socofi, Gabun
Architekt: Cabinet Chami: Ahmed Chami, Nadia Benmoussa, Meda Achille, Rabat
Ingenieurbüro: Meding, Rabat
Planungsbüro: Hydroconcept, Monaco
Fassade: CGPR, Gabun
Produkt: insgesamt 10.000 m2, „Reynobond® Architecture” Aluminium-Verbundplatten mit PE-Kern, Nietensystem
Oberfläche: Chameleon Colours in der Farbe Spring Lake, Lackierung „Duragloss® 5000”

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