08.09.2009
Ein Dach maßgeschneidert

Hagelstürme im hatten im Sommer 2006 an vielen Gebäuden schlimme Schäden hinterlassen, auch an dem Trossinger Haus in Deutschland. Reparieren oder Sanieren war die Alternative. Angesichts der immer häufiger auftretenden Unwetter entschied sich der Bauherr für letzteres. „Wir beseitigten gerade die Hagelschäden am Dach seines Bekannten, als der Bauherr auf uns zukam und uns bat, auch ihm ein Angebot für die Dachsanierung zu machen”, berichtet der beauftragte Dachdeckermeister Frank Henke aus Rathmannsdorf in Sachsen.
Farbige Herausforderung.
Und weil der Bauherr nicht irgendein, sondern ein mehrfarbiges Dach wünschte, bedurfte die Dachsanierung einer sorgfältigen Planung. Der erste Schritt war die Wahl der richtigen Ziegel. Unter der Prämisse der Vielfarbigkeit und Hochwertigkeit fiel sie auf die glasierte, 60-farbige Biberschwanzziegel-Collection „Noblesse” von Creaton. Der zweite, die Entwicklung eines Farbkonzepts. In Kooperation mit Georg Broghammer, Mitarbeiter des zuständigen Generalplanungsbüros, der Schatz projectplan GmbH (Schorndorf/Baden-Württemberg), ließ der Creaton-Fachberater Martin Zuch zunächst CAD-Entwurfszeichnungen für verschiedenfarbige Dachmuster erstellen. Und zwar im Creaton-Farbstudio, wo Profis mithilfe neuester EDV-Programme arbeiten.
Die Anprobe.
Auch Dachdeckermeister Henke unterstütze den Bauherrn bei seiner farbigen Dachcreation und reiste zunächst mit einem Musterkoffer an, den er vom Creaton-Fachberater, Jens Hähnel, erhielt. Sechs verschiedene Farbzusammenstellungen legte der Dachdeckemeister dem Bauherrn vor und deckte im Anschluss eine 2,5 Quadratmeter große Musterdachfläche zur Probe ein. Auf dieser Grundlage, sowie auf den Vorarbeiten vom Planer Georg Broghammer und vom Fachberater Martin Zuch, wurde die Entscheidung für ein vierfarbiges, blau-gelb abgestuftes Muster getroffen. Dabei wurden die Farben Nov. 4, 3, 2 und Jun. 1, der nach den zwölf Monaten benannten „Noblesse”-Collection, ausgewählt.
Klein gebrochen und abgetragen.
Nachdem das Farbkonzept feststand, konnte die Dacheindeckung noch lange nicht beginnen, denn es musste zuerst das alte Dach abgetragen werden. Ein Arbeitsschritt, der dem gesamten Team Erfindungsreichtum abverlangte. Zum einen, weil das Haus auf einem schwer zugänglichen Gelände steht, das von Baufahrzeugen nicht unmittelbar angefahren werden konnte und auf dem kein Platz für einen Schuttcontainer vorhanden war.
Zum anderen sollten die Grünflächen, die das gesamte Haus umgeben, nicht beschädigt werden. Dennoch musste eine Lösung her, die eine schnelle, praktische und wirtschaftliche Abdeckung der alten Ziegel möglich machte. Sie kam von Malte Petersen, Anwendungstechniker und Produktmanager bei Creaton, und zwar in Form des „Dachziegelbrechers”. Dieser wird seit kurzem in Zusammenarbeit mit der „SAM Truck” GmbH & Co. KG als Creaton-Dienstleistung angeboten.
Es handelt sich dabei um ein mobiles, zerlegbares Gerät, das direkt am Dach eingesetzt wurde und dort die alten Ziegel klein brach. Ein an den Dachziegelbrecher montierter Schlauch, der Höhen bis zu 60 Meter sowie Weiten bis zu 150 Meter mühelos überwinden kann, saugte den Schutt einfach in einen Lkw ab. So war das Haus in einer relativ kurzen Zeit abgedeckt und bereit für die Neueindeckung.

Eine besondere Herausforderung für den Dachdeckermeister Henke und sein Team stellte die farbliche Genauigkeit und Gleichmäßigkeit des Deckbildes dar, vor allem an den deutsch eingebundenen Kehlen
Wie bei einem maßgeschneiderten Gewand musste auch bei der Eindeckung des Trossinger Hauses auf höchste Passgenauigkeit geachtet werden. „Die größte Herausforderung war für uns die farbliche Abstimmung sämtlicher Aufbauten und Einbauteile mit dem ganzen Dach”, so der Dachdeckermeister Henke. „Dabei stellte das gleichmäßige Eindecken, insbesondere der Walmgauben, für uns den größten Schwierigkeitsgrad dar. Um hier ein harmonisches Deckbild zu erzielen, haben wir in den Kehlen ¾ breite Biberschwanzziegel verarbeitet.”
Schön und sicher.
Mit einem ebenmäßigen, dezent farbigen Deckbild präsentiert sich nun das Steildach des Trossinger Wohnhauses. Dank der hohen Qualität von „Noblesse” wird es sicher auch noch viele Jahre und viele Unwetter später so sein. „Diese Biberschwanzziegel-Collection ist qualitativ zweifelsohne im obersten Produktsegment angesiedelt. Wir konnten uns davon im Laufe der Arbeiten selbst überzeugen, denn während bei anderen Lieferungen schon der eine oder andere beschädigte Ziegel dabei ist, fanden wir bei ‚Noblesse’ lediglich einen einzigen vor. Und das ist bei mehr als 39.000 Stück ganz schön beachtlich”, so der Dachdeckermeister abschließend.
Bautafel
ObjektWohnhaus, Trossingen/D
Bauherr Claus Tessari
Planer Schatz projectplan GmbH, Schorndorf/D
AusführungDachdeckermeister Frank Henke, Rathmannsdorf/D
Produkt „Noblesse” Nov. 4,3,2 und Jun. 1 (ca. 39.000 Stück)
Fläche 920 m²
Hersteller Creaton AG, Wertingen/D

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